Artikel

Drogen und Sucht

Suchtfrei leben – Hilfe annehmen

Drogen kosten Menschenleben. Daher setzt die Bundesregierung auf breit gestreute Prävention. Wer eine Sucht entwickelt hat, kann auf Hilfsangebote von niedrigschwellig bis Akuttherapie zurückgreifen.

120.000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an den Folgen des Tabakkonsums, weitere 40.000 an den Folgen des Alkohols, etwa 1.300 wegen des Konsums illegaler Drogen. Rund drei Millionen Kinder leben in Familien mit einem suchtkranken Elternteil.

Sucht ist kein Randproblem in unserer Gesellschaft. Es betrifft viele Menschen aus unterschiedlichen Milieus. Die Bundesregierung setzt daher seit vielen Jahren auf einen breiten Ansatz, um Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen zu begegnen: Prävention, Schadensminderung, Behandlung und – bei illegalen Drogen – Strafverfolgung.

Prävention, um problematischen Konsum zu verhindern

Am besten ist, durch Aufklärung dafür zu sorgen, dass keine Sucht entsteht. So zeigt sich beispielsweise beim Tabakkonsum, dass die Zahl der Raucherinnen und Raucher seit Jahren rückläufig ist – gerade bei Jugendlichen.

Elf Liter Reinalkohol trinkt ein Erwachsener in Deutschland pro Jahr. Das ist mehr als der Durchschnitt der EU-Mitgliedstaaten, der bei 10,6 Litern liegt. Seit mehreren Jahren aber sinkt der Alkoholkonsum, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Heute trinkt nur noch jeder zehnte Jugendliche zwischen 12 und 17 regelmäßig Alkohol. Vor 15 Jahren waren es nahezu doppelt so viele. Das zeigt: Prävention hilft.

Die Anstrengungen dürfen aber nicht nachlassen. Denn leider gibt es andere Beispiele: Die Bereitschaft Jugendlicher und Heranwachsender Cannabis zu probieren, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Auch hat im vergangenen Jahr die Zahl derjenigen Jugendlichen wieder zugenommen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kamen. In den drei Jahren davor war sie stetig gesunken.

Mehr Geld für Prävention vorhanden

Die Suchtprävention wurde in Deutschland in der aktuellen Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik von 2012 als wichtiger Bestandteil einer umfassenden Suchtarbeit festgelegt. Im Mittelpunkt der nationalen Suchtprävention stehen die Ziele "Alkoholkonsum reduzieren" und "Tabakkonsum reduzieren". Das sind die meist verbreitetsten legalen Drogen.

Mit dem Präventionsgesetz stehen seit 2016 rund 490 Millionen Euro für Gesundheitsvorsorge zur Verfügung – mehr als doppelt so viel als zuvor. Damit werden beispielsweise Kurse zur Förderung des Nichtrauchens im privaten Bereich oder in der betrieblichen Gesundheitsförderung unterstützt.

Welche Angebote im Einzelnen finanziert werden, sollten Betroffene bei ihrer Krankenkasse erfragen. Im "Leitfaden Prävention" vom GKV-Spitzenverband ist grundsätzlich festgelegt, was die Krankenkassen übernehmen

Große Angebotspalette an Info-Material

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt eine Vielzahl von Informationsmaterialien zur Suchtprävention zu Verfügung. Mit ihren Kampagnen spricht sie die relevanten Zielgruppen systematisch in ihren Lebenswelten an.

So beispielsweise Jugendliche im Internet mit dem Angebot www.kenn-dein-limit.info. Die Seite informiert über Risiken und gesundheitliche Gefahren von riskanten Alkoholkonsum.

Oder Eltern mit der Broschüre "Online sein mit Maß und Spaß". Sie informiert über die Computerkompetenz bei Jugendlichen, damit Eltern besser mit ihren Kindern über das richtige Maß der Computernutzung sprechen können.

Von Beratung bis Akutbehandlung für Süchtige

Wer süchtig ist, braucht Hilfe, um sich von seiner Sucht zu befreien. Hierfür ist ein flächendeckendes Angebot verfügbar: von niedrigschwelliger Beratung über Akutbehandlungen bis hin zur Rehabilitation.

Rund 1.400 Beratungsstellen, 300 psychiatrische Kliniken und Ambulanzen sowie 8.700 Selbsthilfegruppen helfen aus der Sucht. Hinzukommen niedergelassene Ärzte und Wohn- und Suchttherapieeinrichtungen.

Fast jede Stadt verfügt über Beratungsstellen für Menschen mit Suchtproblemen. Ein Verzeichnis der Suchberatungsstellen nach Bundesland findet sich auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Hilfe-Hotline Tag und Nacht erreichbar

Zudem gibt es eine telefonische Hotline zu Drogen und Sucht. Sie ist bundesweit 24 Stunden am Tag unter 01805 313031 zu erreichen. Erfahrene Fachleute aus der Drogen- und Suchthilfe beraten telefonisch, helfen und informieren. Kosten: 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz, im Mobilfunk maximal 42 Cent pro Minute.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Im­pres­s­um

Da­ten­schut­z­er­klä­rung

© 2018 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung