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Stipendienprogramm "Geh Deinen Weg"

Ein Gewinn für beide Seiten

Seit fünf Jahren fördert die Deutschlandstiftung Integration junge und besonders begabte Migranten mit dem Stipendienprogramm "Geh Deinen Weg". Begleitet werden die junge Leute auf ihrem Weg in Studium und Beruf von 500 Mentoren, auch von Regierungssprecher Seibert und Familienministerin Barley.

Diskussion auf dem Podium (u.a. mit Hr. Seibert und Fr. Barley)
Familienministerin Barley engagiert sich wie u.a. auch Steffen Seibert (nicht im Bild) bei der Deutschlandstiftung. Foto: Deutschlandstiftung Integration

Deutschland im Jahr 2050: Wie leben Menschen mit und ohne ausländische Wurzeln in unserem Land zusammen? Eine Stipendiatin hält es für wichtig, dass alle das "Wir" in den Vordergrund rücken. Sie wolle nicht in einer Gesellschaft leben, in der immer mehr nur sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Eine andere Migrantin hat die Vision, dass künftig stärker auch stille, introvertierte Menschen erfolgreich ihren Weg gehen können.

Und für einen weiteren Stipendiaten ist es entscheidend, dass sich die Kommunikationsformen ändern. Seine Botschaft: Auch im Social Media-Zeitalter wieder mehr persönlich miteinander sprechen und vor allem einander zuhören.

Seibert und Barley engagieren sich als Mentoren

Visionen von jungen Migranten, präsentiert am Montagabend in Berlin beim Dialogforum der Deutschlandstiftung Integration zum fünfjährigen Bestehen des Stipendienprogramms "Geh Deinen Weg". Nicht nur viele der insgesamt 700 Stipendiatinnen und Stipendiaten kamen zur Jubiläumsveranstaltung: Unter den Gästen waren auch zahlreiche Mentoren, die die jungen Leute auf ihrem Weg in Studium und Beruf begleiten. Dazu zählen von der Bundesregierung unter anderem auch Regierungssprecher Steffen Seibert und Bundesfamilienministerin Katarina Barley.

Ziel des Programms "Geh Deinen Weg" ist es, dass die Stipendiatinnen und Stipendiaten zu Vorbildern erfolgreicher Integration in Deutschland werden. Die jungen Migranten werden von mehr als 500 Mentoren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien unterstützt. Die Deutschlandstiftung Integration setzt sich dafür ein, dass die jeweilige Einwanderungsgeschichte als kulturelle Bereicherung der Gesellschaft wahrgenommen wird. So soll verstärkt Chancengerechtigkeit und Teilhabe ermöglicht werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Schirmherrin der Deutschlandstiftung.

Auch Seibert wurde von Moderator Michel Abdollahi nach seiner Vision für 2050 gefragt. Für ihn ist es ein Ziel, dass künftig noch selbstverständlicher als heute junge Migranten in Deutschland Erfolg haben können - und dass es dann gar nicht mehr nötig sei, dies zu betonen. Die Vielfalt der Menschen stehe für die Zukunft unseres Landes. Ministerin Barley sprach von einem "Reichtum für unser Land", den die Vielfalt bedeute. Leider gebe es immer noch viele Menschen, die sich diesem Reichtum und dieser Vielfalt nicht stellten.

Durch persönliche Begegnungen Vorurteile abbauen

Hauptredner des Abends war der kürzlich neu gewählte Vorsitzende des Stiftungsrates, der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff. Er äußerte sich überzeugt davon, dass Migration Wohlstand schaffe und dass dies für Deutschland der richtige Weg sei. Für das Gelingen von Integration komme es vor allem auf viele "Mensch-zu-Mensch-Begegnungen" an, um Vorurteile abzubauen und Verständnis füreinander zu entwickeln. Auch in Deutschland klappe das Zusammenleben oft dort besser, wo Menschen persönliche Erfahrungen mit Migranten machten.

Wulff forderte dazu auf, sich persönlich zu engagieren. Dies sei auch "gut für die Gesundheit": Schließlich habe eine Studie der Universität Michigan ergeben, dass ehrenamtlich tätige Menschen im Schnitt länger leben.

Auch Mentoren selbst profitieren

Bei diesen Aussichten konnten sich die anwesenden Mentoren des Stipendienprogramms "Geh Deinen Weg" ein Lächeln nicht verkneifen. Abgesehen von der Prognose der höheren Lebenserwartung sei auch jede Begegnung mit einem Mentee ein persönlicher Gewinn, so Seibert und Barley übereinstimmend. "Mir ist die Zeit des Gesprächs mit den jungen Leuten äußerst wichtig, deshalb nehme ich sie mir", so Steffen Seibert.

Barley meinte, dass sie bei ihren Begegnungen häufig als Mentorin vor allem zuhöre, weil die ihr zur Seite gestellte junge Afghanin so eindrucksvoll über ihr bisheriges Leben und ihre Erfahrungen in Deutschland berichte.

Eindrucksvoll auch der Applaus, als ein Stipendiat seine Vision von Deutschland 2050 konkretisierte. Er habe den Traum, dass der Tagesschau-Sprecher einmal keine Nachrichten vorträgt, sondern die Menschen auffordert, sich in den nächsten 15 Minuten persönlich mit jemanden zu unterhalten. Der Dialog sei das Entscheidende für ein gutes Miteinander. Steffen Seibert, Katarina Barley und die vielen jungen Migranten kamen dieser Vision schon am Montagabend nach - und nicht nur eine Viertelstunde.

Dienstag, 5. Dezember 2017

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